Naturschutz

Der Kaiserstuhl ist deutschlandweit für seine Fauna und Flora und herausragende Artenvielfalt bekannt. Besonders die wärmeliebenden Arten fühlen sich hier zu Hause. Bedeutende Lebensräume sind Orchideen-Trockenrasen, tiefe Hohlwege und Trockenwälder. Landschaftlich beeindruckend sind die großen zusammenhängenden Wiesen- und Orchideen-Trockenrasen im zentralen Kaiserstuhl bei Oberbergen und Schelingen mit den Naturschutzgebieten Badberg und Haselschacher Buck. Die Rebböschungen mit ausgedehnten Feldhecken, Trockenrasen und die wie grüne Adern die Hänge durchziehenden Hohlwege stellen ein riesiges Biotopverbundsystem dar, das die Lebensräume miteinander vernetzt und maßgeblich zur Naturvielfalt des Kaiserstuhls und Tunibergs beiträgt.

Um die Naturschönheiten zu erhalten und zu schützen, wird viel getan. Engagierte Winzer und die Gemeinden kümmern sich um die Pflege der Rebböschungen, denn eine naturverträgliche Nutzung ist der beste Naturschutz. Unterstützt werden sie dabei durch Landschaftserhaltungsverbände, die die Landschaftspflegemaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit den Behörden unterstützen, Fördergelder beantragten und die Winzer auf dem Weg zu einer differenzierten Pflege der Lebensräume fortbilden. Sehr wichtig für die Artenvielfalt ist der heute praktizierte naturschonende Weinbau der Winzer. Durch den Einsatz von Pheromonen gegen die Traubenwickler als Schädlinge haben sich beispielsweise die Schmetterlingsbestände verbessern können. Dies ist eine Gemeinschaftsleistung der Winzer.

Die höhere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums kümmert sich um die 16 Naturschutzgebiete und beauftragt beispielsweise die Pflegemahd der Flächen. Diese wird so ausgeführt, dass seltene Tier- und Pflanzenarten gefördert und Altgrasstreifen für die Regeneration und Überwinterung von Tieren belassen werden. Die Unterschiedlichkeit der Mahd der Steilhänge wird bei einer Wanderung am Badberg sehr deutlich.

Flurbereinigungen werden heute nach ökologischen Gesichtspunkten umgesetzt, nachdem in den 1980er Jahren viele wertvolle Lebensräume wie Hohlwege und Trockenrasen zerstört wurden. Bei den Flurbereinigungen der letzten Jahre in Schelingen (Kirchberg), Oberbergen (Krummer Graben), Oberrotweil (Ebnet), Achkarren (Schneckenberg) und Ihringen (Schlichten) wurden zahlreiche Lössabsätze für den Bienenfresser und Wildbienen neu angelegt, die Böschungen werden mit speziellen Trockenrasen-Samen begrünt, Nisthäuschen für den Wiedehopf und zahlreiche Trockenmauern gebaut, um einen guten Grundstein für die künftige positive Entwicklung der Artenvielfalt zu legen. Die bestehenden Biotope wie Feldhecken, Trockenrasen und Hohlwege werden erhalten sowie möglichst viele Flächen nicht verändert. Artenvielfalt und Natur wie auch die Winzer und Bewirtschafter der Flächen können so gleichermaßen profitieren.

Ansprechpartner für den Naturschutz im Kaiserstuhl sind die Landschaftserhaltungsverbände des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen, die Unteren Naturschutzbehörden und die höhere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Freiburg.

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