Arbeitsbereiche & Beispiele

Die Aktivitäten und Projekte von PLENUM lassen sich in 4 Arbeitsbereiche aufteilen. Die Projekte wurden gemeinsam mit der Bevölkerung, den Gemeinden und wirtschaftlichen Akteuren aus der Region entwickelt („bottom up“) und nicht von „oben herab“ aufgestülpt. Die Projekte mussten mit einem Eigenanteil finanziert werden und unter dem Thema „Schützen durch nützen“ einen nachhaltigen Naturschutz-Effekt haben. Nachfolgend werden beispielhaft wichtige Erfolgsprojekte und  Meilensteine dargestellt:

Arbeitsbereich 1: Regionalmarketing:
Aufbau des regionalen Markenprogramms „Kaiserlich genießen“ als Herkunftszeichen und Gütesiegel für Produkte und Dienstleistungen der Region Kaiserstuhl-Tuniberg.
Gründung der Naturgarten Kaiserstuhl GmbH 2006 als Dachorganisation für das Gemeinschaftsmarketing und den Tourismus für die Region, als Träger des regionalen Markenprogramms „Kaiserlich genießen“ und als Vernetzungsstelle für die Regionalentwicklung über den Förderzeitraum von PLENUM hinaus. Für die nächsten beiden Jahre stellt das Land der NGK insgesamt 200.000 EUR Projektmittel zur Verfügung, um weitere PLENUM-Projekte durchführen zu können, insbesondere das Großprojekt „Vielfalt statt Reblaus“.

Aufbau von 5 Stadt-Land-Partnerschaften zwischen Freiburger Stadtteilen und Kaiserstühler/Tuniberger Gemeinden.
PLENUM bot die Chance, durch gemeinsame Projekte und Aktionen das „Wir“-Gefühl in der Region zu stärken und vor allem auch erstmals als ganze Region ohne Landkreis-Grenzen aufzutreten. So wurde beispielsweise auch erreicht, dass die Weingüter und Winzergenossenschaften vom Kaiserstuhl und Tuniberg bei Präsentationen der Region Naturgarten Kaiserstuhl GEMEINSAM in der Öffentlichkeit auftreten und sich mit gemeinsamem Weinausschank präsentieren.

Arbeitsbereich 2: Produktentwicklung und -vermarktung:
PLENUM hat zahlreiche Produktentwicklungen gefördert, Kriterien bezüglich Regionalität, Produktqualität und Naturschutzbeitrag festgelegt und zu einer Aufnahme der Produkte in den „Kaiserlich genießen“-Warenkorb verholfen. Stellvertretend für viele gelungene Beispiele soll Werner Weber‘s Walnusstorte genannt sein, die inzwischen zum Symbol-Produkt für die gesamte Region geworden ist. Außerdem wurden viele Anstrengungen zum Aufbau von Vermarktungsstrukturen und –einrichtungen unternommen.
Mit der Stiftung Kaiserstühler Garten wurden traditionelle Gemüsesorten und Getreidesorten gesucht und im Samengarten auf ihre Eignung für Anbau und Verarbeitung in der Region getestet. Ziel ist, neue Produkte aus alten Sorten zu kreieren und somit die Sortenvielfalt wieder auf den Acker zurück zu holen.

Arbeitsbereich 3: Landschaftspflege und Landschaftsentwicklung:
PLENUM hat sich in vielfältiger Form für eine systematische Böschungspflege und ein Management für die Böschungspflege eingesetzt, die jetzt von den beiden Landschaftserhaltungsverbänden konsequent weitergeführt wird. PLENUM hat beispielsweise kaiserstuhlweite Böschungspflegetage ins Leben gerufen, zwei öffentliche Foren zu Praxisthemen der Böschungspflege ausgerichtet und einen Lehrgang zum Böschungspflegewart konzipiert und durchgeführt.
Mit PLENUM-Unterstützung konnte das Naturzentrum Kaiserstuhl mehrere Gemeinschaftsprojekte mit Winzern zur Pflege von Böschungen und Trockenrasenbiotopen und zur Sanierung von Trockenmauern in der Weinberglandschaft durchführen. Die dabei entstandenen Pflegekonzepte dienen seitdem als Grundlage für die jährliche Beauftragung von Winzern für die Erhaltung dieser Weinbergsbiotope.
Mit Geldern aus einem neu geschaffenen Naturschutzfonds konnte der Bau einer großen Trockenmauer verwirklicht werden. Der Fonds wird gespeist von einer finanziellen Abgabe von Tourismusanbietern und Kaiserstühler Weinhotels als Beitrag für Naturschutzprojekte in der Region. 
Mit einem Jagdpächter wurden im Revier Neuershausen Biotope angelegt, gepflegt und vernetzt.
Jäger des Hegerings Kaiserstuhl haben die Betreuung von Nistkästen für hilfsbedürftige Höhlenbrüter übernommen, die die NGK als Naturschutzleistung für die Projektförderung angeschafft hat.

Arbeitsbereich 4: Umweltbildung und Tourismus:
Ein wichtiges Anliegen von PLENUM war es, Kaiserstuhl und Tuniberg als Weintourismusregion zu profilieren und gleichzeitig den nachhaltigen Tourismus zu fördern.
So wurde die Gemeinschaft der Kaiserstühler Winzerhöfe gegründet. Hier ist der Kontakt zwischen Gästen, Kultur, Tradition und Landschaft am intensivsten. Winzerhöfe bekennen sich in diesem Rahmen zu gemeinsamen Qualitätsstandards und haben erkannt, dass man als Gemeinschaft anders auftreten und werben kann.
Zudem gab es Ausbildungslehrgänge und Zertifizierungen von Kaiserstühler Gästeführern als Botschafter der Region.
Umweltbildungsprojekte fanden mit dem Naturzentrum Kaiserstuhl und dem Samengarten der Stiftung Kaiserstühler Garten statt, um Natur hautnah zu erleben, das Wissen darüber zu steigern, das Bewusstsein für die Naturschätze sowie Wertschätzung der Landschaft auch bei der jüngsten Generation zu fördern.
Vernetzung wurde auf vielen Ebenen erreicht, zum einen zwischen Akteuren, Leistungsträgern und Interessengruppen, zum anderen  mit der Umsetzung eines überregional weit beachteten Netzes von Themenpfaden, Radwanderwegen und E-Bike-Stationen.
An der neuen Grundschule Sasbach hat PLENUM modellartig die Einrichtung von regionaltypischen Biotopen als Naturerlebnisräumen auf dem Schulgelände unterstützt.