Tierwelt am Kaiserstuhl

Der Kaiserstuhl ist für sein submediterranes Klima bekannt. Da hier ähnliche klimatische Besonderheiten vorherrschen wie am Mittelmeer gibt es besonders seltene submediterrane oder westeuropäische Tierarten aller Tiergruppen, seien es Vögel, Spinnen, Käfer, Ameisen, Schmetterline, Fledermäuse, Schnecken, Heuschrecken oder Reptilien.

"Wappentiere" des Kaiserstuhls sind Bienenfresser, Wiedehopf, Gottesanbeterin und Smaragdeidechse.

Der Wiedehopf

Der Wiedehopf Foto: Christian Harms
Der Wiedehopf nistet heute in den Rebhisli da Bäume und Baumhöhlen selten geworden sind. Naturfreunde und Winzer bauen ihm Nistkästen, die in den Rebhütten angebracht werden.
Sein Ruf, der wie eine alte Autohupe klingt (hub-hub-hub), ist im Sommer (Mai und Juni) öfter zu hören.
Der Wiedehopf ernährt sich von Maulwurfsgrillen (Werren), Engerlingen und Raupen. Er holt sie mit seinem spitzen langen Schnabel aus der Erde.

Der Bienenfresser

Der BienenfresserFoto: Christian Harms
Der bunteste Vogel am Kaiserstuhl ist der Bienenfresser. Er nistet in den steilen, besonnten Lösswänden. Er fängt seine Nahrung nur in der Luft, zum Beispiel Wespen, Hummeln, Schmetterlinge und Libellen.
Er ist recht scheu, aber ein geselliger Artgenosse, der gerne zu mehreren auf Stromleitungen sitzt und seine "Prürr"-Ruf ertönen lässt. Als Sommergäste machen sich Wiedehopf und Bienenfresser wenn es kühler wird, wie viele andere Zugvögel, auf den Weg in Richtung Mittelmeer und Afrika.

Eidechsen

EidechsenFoto: Ulrich Wende
Am Kaiserstuhl leben verschiedene Eidechsenarten, wie die braune Mauereidechse und die Zauneidechse. Am seltensten ist jedoch die wärmeliebende Smaragdeidechse, die sich am Kaiserstuhl wohlfühlt. Der Name "Smaragd" kommt durch die tolle schillernde Farbe. Als wechselwarmes Kriechtier ist sie besonders gut am Morgen beim Auftanken von Sonnenwärme zu beobachten.

Die Gottesanbeterin

Die GottesanbeterinFoto: Matthias Hollerbach
Ein seltenes, hier lebendes Insekt ist die Gottesanbeterin. Dank ihrer grasgrünen Farbe kann sie sich sehr gut auf Grashalmen tarnen. Wegen ihrer Körperhaltung trägt sie den Namen Gottesanbeterin. Sie sitzt in einer Art Gebetshaltung auf den Grashalmen und lauert so mit ihren langen Fangarmen auf Beute. Man entdeckt sie mit geübtem Auge und am besten dann, wenn sie mit silbrig glänzenden Flügeln ein kurzes Stück davon fliegt.

Schnecken

SchneckenBild: Hannelore Heim
Die Schnecken haben es am Kaiserstuhl nicht leicht. Wenn die Sonne gar zu intensiv scheint, heizt sich der Boden so auf, dass es einigen Schnecken buchstäblich zu heiß wird. Dann kriechen sie wie kleine "Wetterfrösche" an den Grashalmen hoch und die Kaiserstühler wissen dann, dass es heiß wird. Deswegen findet man z.B. die weiße Turmschnecke und italienische Heideschnecke häufig an den Enden von Grasstängeln sitzen.

Die Steinhummel

Die SteinhummelBild: Hannelore Heim
Die Steinhummel ist an ihrem weißen Hilnterleib zu erkennen. Alle Hummeln, die im zeitigen Frühjahr zu sehen sind, sind alles Königinnen, die überwintert haben. Hummeln fliegen schon bei 5-8 Grad, Bienen dagegen erst ab 15 Grad.

Der Schmetterlingshaft

Der SchmetterlingshaftBild: Hannelore Heim
Schmetterlingshafte gehören zu den Netzflüglern. Typische gelb-schwarze Färbung. Sie sind bei Wärme und Sonnenschein ausgesprochen flugaktiv. Sie gleiten in einem Schwirrflug dicht über die Vegetation dahin und ergreifen kleine Fluginsekten, die ihnen als Nahrung dienen. Von Zeit zu Zeit setzten sie sich auf Halmen ab, kommt man ihnen aber zu nahe fliegen sie sofort wieder auf. Sobald eine Wolke die Sonne verdunkelt, ändert sich ihr Verhalten: Jetzt legen sie ihre Flügel dachförmig über dem Hinterleib zusammen und zeigen sich kaum störanfällig. Flugzeit: Mai bis Juni.

Der Graureier

Der GraureierBild: Hannelore Heim
Der Graureier ist der größte und häufigste Reiher Europas. Langer Hals und lange Beine, Schnabel lang, spitz und gelblich. Nahrung: vorwiegend Fische, aber auch kleine Säuger, Frösche, Würmer. Brutzeit: März bis Juni, großes Nest meist in hohen Bäumen.

Die Hosenbiene

Die HosenbieneHosenbiene. Bild: H. Heim
Die Hosenbiene ist eine Wildbiene. Sie erreicht eine Körperlänge von 12-15 mm. Die Weibchen sind an ihren charakteristischen, sehr langen Haarbürsten an den Hinterbeinen, den schwarzbraunen Endfransen sowie den weißen Randbinden auf dem Rücken der 2. bis 4. Hinterleibssegmente gut zu erkennen. Man kann die Hosenbiene von ähnlichen Arten durch ihre Spezialisierung auf Korbblütler unterscheiden. Die ähnlichen, verwandten Arten sammeln auf Kardengewächsen.

Die Art ist in Süd-und Mitteleuropa verbreitet und auch häufig. Sie besiedelt Sandgruben, Böschungen mit lockerem Löß oder auch Sandfugen zwischen Bodenplatten. Die Weibchen graben einen 20-60 cm tiefen Gang. Von diesem werden auf mehreren Ebenen in verschiedenen Richtungen viele runde Brutzellen angelegt. Pro Tag wird eine Zelle angelegt und mit 6-10 Sammelflügen in ca. 4 Stunden mit Pollen gefüllt. Der Pollen wird zu Ballen geformt, auf dem dann das Ei abgelegt wird. Anschließend wird die Zelle verschlossen.

Sie fliegen in Mitteleuropa mit einer Generation pro Jahr. Weibchen treten etwa ab Mitte Juni, Männchen ab Mitte Juli bis September auf. Pro Flug können durch die namensgebenden Haarbürsten an den Hinterbeinen mehr als 40mg Pollen transportiert werden. Die Bienen überwintern als Ruhelarven. (Wikipedia)

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