Geologie

Nur selten erschließt sich die vulkanische Herkunft einer Landschaft so deutlich, wie für den Kaiserstuhl. Alleinstehend in der Oberrheinebene überragt er die umliegende Landschaft um rund 350 m Höhe. Der Vulkanismus reicht in die Zeit vor etwa 21 Mio. Jahre zurück, die Hauptaktivitäten fanden vor 19 bis 15 Mio. Jahren statt. Die Grenze zwischen Erdkruste und Erdmantel ist in diesem Gebiet nach oben verschoben, die Kruste ist um rund 6 km dünner als üblich. In der Bruchzone des Oberrheingrabens konnte so Magma zutage treten. Teils explosive und heftige Eruptionen mehrerer Stratovulkane, deren Gipfel heute nicht mehr erhalten sind, hinterließen bis zu 1,4 Kilometer lange Lavaströme, Tufflagen, Lavabomben und unzählige Minerale und Gesteinsarten. Am häufigsten ist Tephrit als Eruptivgestein, gefolgt von Essexit als unterirdisch erkaltetes Gestein. In Bötzingen wird Phonolith zu speziellen Anwendungen abgebaut und fein gemahlen für Filtertechnik, Betonzusätze und als Gesteinsmehl für Tierfutter und Gartenbau verwendet. Seltene Gesteine wie Limburgit und Karbonatit sowie Ganggesteine wie Mondhaldeit und Bergalith sind europaweit teilweise nur im Kaiserstuhl zu finden. Seltene Minerale wie Granat, Glasopal und Koppit sind eine besondere Attraktion für Mineralieninteressierte.

Der Ostteil des Kaiserstuhls ist durch eine Verwerfungszone mit dem Tuniberg verbunden und besteht aus gehobenen Sedimentgesteinen. Kalke aus der Jura- und Tertiärzeit sind hier zu finden. In der Kontaktzone zum heißen Vulkanteil entstand aus Tertiärsediment ein marmorartiges, besonders schönes Gestein, das aufschmolz und sich dann wieder verfestigte. Thermalquellen am Fuße des Badbergs mit durchgängig 21°C zeugen heute noch von der Hitze, die im Erdinneren herrscht.

Erst in der Eiszeit bis vor 12.000 Jahren wurde der Vulkan von Löss überweht und hat so seine heutige Oberfläche erhalten. Rund 85 % der Gesteinslagen sind heute von Löss überdeckt. Mammut-Stoßzähne und Steinklingen eiszeitlicher Jäger wurden im Löss bereits an mehreren Orten gefunden und zeugen davon, wie früh der Mensch bereits hier gelebt hat.

zurück